Der häufigste Fehler beginnt mit dem Satz: „Fügen wir QR-Codes hinzu.“ Das ist ein bisschen so, als würde man die Planung einer Ausstellung mit der Auswahl der Scharniere für die Vitrinen beginnen. Ein Scharnier ist notwendig, beantwortet aber nicht die Frage, was wir zeigen möchten und warum jemand ausgerechnet hier stehen bleiben sollte.
Ein QR-Code ist lediglich eine bequeme Verbindung zwischen dem Raum und den Inhalten. Er kann eine Objektbeschreibung, eine Audioaufnahme, ein Video, eine Übersetzung, eine Aufgabe für Kinder oder den nächsten Abschnitt einer Route öffnen. Sein Wert liegt nicht darin, dass er vorhanden ist, sondern darin, ob Besucher nach dem Scannen etwas erhalten, das sie nicht ohne Weiteres auf dem Schild neben dem Exponat lesen konnten.
Ein gut gestalteter Code tritt nicht in Konkurrenz zum Objekt. Er bleibt dezent, aber sichtbar, und eine kurze Anleitung verspricht einen konkreten Nutzen. „Hören Sie die Geschichte der Restaurierung dieses Gemäldes“ funktioniert besser als ein bloßes „QR-Code scannen“. Auch ein Etikett im Herbarium ist sinnvoll, weil es die Pflanze beschreibt, und nicht, weil es sorgfältig aufgeklebt wurde.

